SUPERMAX

SUPERMAX

Kurt Hauenstein • Disco-Funk-Reggae-Pionier
* 14. Jänner 1949 in Wien | † 20. März 2011
🕺 Disco 🎸 Funk 🌍 World Music Pioneer 🇦🇹 Austrian Export Hit 🏆 Amadeus Lebenswerk 2008

Einleitung & Überblick

Supermax war ein Musikprojekt des österreichischen Musikers, Produzenten und Bassisten Kurt Hauenstein (1949–2011), das zu den erfolgreichsten österreichischen Dancefloor-Projekten aller Zeiten zählt [citation:1][citation:5]. Mit dem weltweiten Disco-Klassiker "Lovemachine" (1977) und dem Hit "It Ain't Easy" (1979) schuf Hauenstein zeitlose Clubhymnen, die bis heute in Discos und auf Festivals gespielt werden [citation:1][citation:2].

"Als einer der ersten weißen Musiker verband er Rockelemente mit Klängen aus dem Fundus der afrikanischen Musik."
— Kronen Zeitung zum Tod von Kurt Hauenstein [citation:2][citation:5]

Hauenstein war ein musikalischer Grenzgänger: Er tourte als erste westliche Band hinter dem Eisernen Vorhang, spielte als erster weißer Musiker beim legendären Reggae Sunsplash in Jamaika und trat trotz Morddrohungen in Südafrika auf – wofür er auf die Blacklist der UNO gesetzt wurde [citation:1][citation:2][citation:5]. 2008 wurde er mit dem Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk und dem Silbernen Verdienstzeichen der Stadt Wien geehrt [citation:2][citation:5].

#4
DE-Charts "Lovemachine"
1977
Durchbruch mit Disco-Hit
20+
Alben & Kompilationen
2008
Amadeus Lebenswerk

Biografie & Geschichte

Herkunft & Jugend

  • Gründer/Mastermind: Kurt Hauenstein
  • Geburtsdatum: 14. Jänner 1949 [citation:2][citation:5]
  • Geburtsort: Wien, Österreich [citation:2][citation:5]
  • Sterbedatum: 20./21. März 2011 (Alter: 62) [citation:2][citation:5]
  • Todesursache: Herzversagen [citation:2][citation:5]
  • Aktiv: 1975–2011 [citation:1]

Frühe Jahre: Vom Juwelier zum Musiker

Kurt Hauenstein erlernte ursprünglich den Beruf des Juweliers, bevor er seiner wahren Leidenschaft, der Musik, folgte [citation:2][citation:5]. Ende der 1960er Jahre zog er nach Frankfurt am Main, wo er bei diversen Funk-Sessions als Bassist mitwirkte [citation:8]. In Frankfurt fand er die musikalische Heimat, die ihm Wien zunächst nicht bieten konnte. "Die jungen Leute hier wissen gar nicht, dass es mich gibt", sagte er 2008 rückblickend über seine Heimat Österreich [citation:2][citation:5].

Die Geburt von Supermax (1976)

1976 traf Hauenstein den Produzenten Peter Hauke. Mit dessen Unterstützung wurde im Januar 1977 das erste Supermax-Album "Don't Stop the Music" aufgenommen [citation:8]. Das Projekt Supermax war geboren – ein Name, der für maximale Energie, maximalen Groove und maximalen Erfolg stehen sollte.

"Die jungen Leute hier wissen gar nicht, dass es mich gibt. Österreich sei ja an sich ein schönes Land. Die Menschen sind halt ein bisserl gewöhnungsbedürftig."
— Kurt Hauenstein über seine Heimat (2008) [citation:2][citation:5]

Musikstil & Einflüsse

🕺 Disco 🎸 Funk 🌴 Reggae 🌍 World Music 🎸 Rock 🎧 Dancefloor Groove

Hauensteins Musik folgte einem einfachen, aber wirkungsvollen Motto: "Hauptsache, es groovt" [citation:2][citation:5]. Der Supermax-Sound war eine bis dahin beispiellose Fusion:

  • Afrikanische Rhythmen: Als einer der ersten weißen Musiker integrierte Hauenstein afrikanische Percussion und Klänge in seine Musik [citation:2][citation:5]
  • Funk-Bass: Hauensteins Bassspiel wurde zum Markenzeichen
  • Reggae-Elemente: Besonders nach seiner Teilnahme am Reggae Sunsplash 1983
  • Rock-Attitüde: Verstärkte Gitarren und rockige Arrangements
"Supermax galt als Wegbereiter von entspanntem Dancefloor-Groove und als Pionier der Genremischung."
— Swisscharts.com Forum [citation:2]

Die großen Hits

TitelJahrChart-Positionen
"Lovemachine" 1977 #4 DE, #6 CH, #9 AT, #96 US Billboard Blackcharts [citation:1][citation:2]
"It Ain't Easy" 1979 Internationaler Hit [citation:1]
"African Blood" - Fan-Favorit
"Musicexpress" - -
"Reality" - -
"Watch Out South Africa" - politische Statement-Single

Auszeichnungen & Erfolge

  • 🏆 Amadeus Austrian Music Award für das Lebenswerk (2008) – höchste musikalische Auszeichnung Österreichs [citation:2][citation:5]
  • 🥈 Silbernes Verdienstzeichen der Stadt Wien (2008) [citation:2][citation:5]
  • 🏅 Goldene und Platin-Schallplatten für "Lovemachine" und weitere Hits
  • 📈 Chart-Erfolge: "Lovemachine" erreichte #4 in Deutschland, #6 in der Schweiz, #9 in Österreich [citation:1][citation:2]
"Der Kurt war immer ein Vorkämpfer."
— Herbert Gruber, Manager von Kurt Hauenstein [citation:5]

Diskografie

Studioalben (Auswahl)

JahrTitel
1976 Don't Stop the Music [citation:1][citation:8]
1977 Lovemachine [citation:1]
1977 World of Today [citation:1]
1979 Fly with Me [citation:1]
1980 Types of Skin [citation:1]
1981 Meets the Almighty [citation:1]
1983 Electricity [citation:1]
1986 Something in My Heart [citation:1][citation:3]
1988 Just Before the Nightmare [citation:1]
1990 World of Tomorrow [citation:1][citation:3]
1992 Tha Max Is Gonna Kick Ya [citation:1]
1993 One and All [citation:1]
1995 Spirits of Love, Living in a World, Magnetic Rhythm [citation:1]
1998 YAKU Total Immigration [citation:1]
2009 I Love My Harley (Single) [citation:3][citation:5]

Kollaborationen

  • ЗЕМЛЯНЕ & SUPERMAX (2009) – Gemeinsames Album mit der russischen Band Zemlyane [citation:1]
  • "Urban Tropical" – Gemeinsamer Song mit Falco [citation:2]

Posthume Veröffentlichungen (Auswahl)

  • "To the Moon" (2021), "3 Bitcoins" (2021), "Milan" (2021) [citation:3]
  • "Hardboy" (2022), "A Planet Called Earth" (2022) [citation:3]
  • Just Before the Nightmare (2024 Re-Release, 24-Bit Hi-Res) [citation:3]
  • World of Tomorrow (2024 Re-Release, 24-Bit Hi-Res) [citation:3]

Bandmitglieder & Besetzung

Kernbesetzung (1977–1979)

Kurt Hauenstein
Mini Moog, Gesang
Hans Ochs
Gitarre
Ken Taylor
E-Bass
Lothar Krell
Keyboards
Peter Koch
Schlagzeug, Percussion
Cee Cee Cobb
Backing Vocals
Jean Graham
Backing Vocals

Spätere Mitglieder

Kurt Hauenstein
E-Bass, Gesang (ab 1979)
Bernadet Onore Eben
Backing Vocals
Jessica Hauenstein
Backing Vocals
Raimund Bretterbauer
Sound Engineer, Co-Producer (ab 2006)

Live-Auftritte & Tourneen

"Wer ihn live gesehen hat, weiß, was ich meine."
— Fan-Statement zu Kurt Hauenstein [citation:2]

Meilensteine der Tourneegeschichte

🌟 1980 – Die erste westliche Band hinter dem Eisernen Vorhang
Supermax durfte als erste westliche Popgruppe in Jugoslawien, Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei auftreten [citation:2][citation:5]. In einer Zeit des Kalten Krieges war dies eine politische Sensation.

⚠️ 1981 – Die Südafrika-Tour: Erste gemischtrassige Band
Supermax tourte als erste Band mit schwarzen und weißen Mitgliedern durch Südafrika – 21 Konzerte [citation:1][citation:2]. Trotz Morddrohungen und Warnungen beendete die Band die Tour. Die Folge: Supermax landete auf der Blacklist der UNO [citation:1][citation:2][citation:5].

🌴 1983 – Reggae Sunsplash in Jamaika
Supermax wurde als erste weiße Band überhaupt zum legendären Reggae Sunsplash Festival nach Montego Bay, Jamaika, eingeladen [citation:1][citation:2][citation:5].

Spätere Jahre

Hauenstein tourte weiterhin extensiv – besonders erfolgreich war er in Russland, der Ukraine und Bulgarien, wo er noch wenige Jahre vor seinem Tod ausverkaufte Konzerthallen füllte [citation:2][citation:5]. 2008 trat er unter anderem im Wiener Gasometer und beim Life Ball auf [citation:2][citation:5].

Trivia & Zitate

  • Der gelernte Juwelier: Bevor Hauenstein Musiker wurde, erlernte er den Beruf des Juweliers [citation:2][citation:5].
  • "Lovemachine" als Dauerbrenner: Hauenstein gab zu: "Ich hab die Nummer bis zum Erbrechen gespielt" [citation:2][citation:5].
  • Die Blacklist der UNO: Wegen seiner Südafrika-Tour 1981 wurde Supermax auf eine UNO-Liste gesetzt [citation:1][citation:5].
  • Der Falco-Connection: Supermax und Falco nahmen gemeinsam den Song "Urban Tropical" auf [citation:2].
  • Lebte in Bulgarien und auf Gran Canaria: Unter anderem lebte er eine Zeit lang in Bulgarien und sieben Jahre auf Gran Canaria [citation:2][citation:5].
  • Harley-Davidson-Fan: Mit der Single "I Love My Harley" (2009) zelebrierte Hauenstein seine Leidenschaft für Motorräder [citation:2][citation:5].
  • Geplanter Kinofilm: Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete Hauenstein an einem Kinofilm über sein politisches Engagement [citation:2][citation:5].
"Hauptsache, es groovt"
— Kurt Hauensteins musikalisches Motto [citation:2][citation:5]
"Die Hymne für Rotlichtmilieus und Schwulenclubs"
— Kurt Hauenstein über "Lovemachine" [citation:2][citation:5]

Weblinks & Suchlinks

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