BLÜMCHEN BLAU

BLÜMCHEN BLAU

WIENER NEW WAVE • 1981–1983 • NDW • "FLIEGER, GRÜSS MIR DIE SONNE"
⚡ gegründet 1981 in Wien • aufgelöst 1983 ⚡
🎸 New Wave 🇦🇹 Austrifizierter Post-Punk 🌸 NDW-Kult 💿 "Wie die Tiere" (1982) 📀 "Flieger"-Single (1981)

Einleitung & Überblick

Blümchen Blau war eine österreichische New-Wave-Band aus Wien, die in den frühen 1980er Jahren für eine kurze, aber intensive Phase zu den aufregendsten und originellsten Acts der Stadt gehörte [citation:1]. Die Gruppe um den als „Jakob Mundl“ auftretenden Sänger und Gitarristen und Götz Schrage an den Keyboards hatte die New-Wave-Lektionen aus England am besten gelernt und sie auf unverwechselbare Weise „austrifiziert“, was ihnen eine singuläre Position im Rahmen der Neuen Deutschen Welle sicherte [citation:1].

"Blümchen Blau waren für eine heiße Viertelstunde die coolste Band der Stadt."
— ORF Ö1 Radiokolleg "Panza Platte", 2022 [citation:1]

Mit ihrem einzigen Album „Wie die Tiere“ (1982) und der legendären Coverversion des Hans-Albers-Klassikers „Flieger, grüß mir die Sonne“ schufen sie ein zeitloses Dokument der österreichischen Popgeschichte. Ihre Karriere war extrem kurzlebig, aber intensiv: gegründet 1981, war die Band bereits 1983 wieder Geschichte – doch ihre 15 Minuten Ruhm haben die österreichische Popmusik für immer bereichert [citation:1][citation:2].

Biografie & Geschichte

Gründung & Herkunft

  • Gründungsjahr: 1981 [citation:2][citation:4]
  • Gründungsort: Wien, Österreich [citation:2][citation:4]
  • Auflösung: 1983 [citation:2][citation:4]
  • Status: Nicht mehr aktiv

Blümchen Blau formierten sich 1981 in Wien aus der aufkeimenden Post-Punk- und New-Wave-Szene der Stadt [citation:2]. In einer Zeit, in der Bands wie Drahdiwaberl, Chuzpe und Schmetterlinge die österreichische Alternative-Szene prägten, fanden Blümchen Blau ihren ganz eigenen, eckigen und energiegeladenen Sound.

Der Durchbruch mit "Flieger"

Ihr erster und größter Erfolg war die hektisch beschleunigte Coverversion eines Hans-Albers-Schlagers: „Flieger, grüß mir die Sonne, grüß mir das Meer“ [citation:1]. Der Song wurde 1981 als Single veröffentlicht und machte die Band schlagartig bekannt [citation:2]. In dieser Zeit kam es auch zu einem legendären Auftritt in der ORF-Kult-Sendung Club 2, bei dem Teile der Band einen Culture Clash mit der Autorin Dorothea Zeemann inszenierten [citation:1].

Das Album "Wie die Tiere" und das Ende

1982 veröffentlichten Blümchen Blau ihre einzige LP „Wie die Tiere“ sowie die Singles „Heimatlos“ und 1983 „Janis“ [citation:2]. Weitere Singles wie „Wir bauen ein Haus“ blieben hinter dem Erfolg der Debütsingle zurück [citation:1].

"Die Band war in Bezug auf Look, Sound und Choreographie so dermaßen 1982, dass sie danach einfach implodieren musste. Aber ihre 15 Minuten Ruhm haben die österreichische Popgeschichte für immer bereichert."
— ORF Ö1 Radiokolleg [citation:1]

Bereits 1983 löste sich Blümchen Blau wieder auf [citation:2]. Einzelne Mitglieder waren danach noch in anderen Projekten aktiv – so spielte Ernst Hörmann etwa bei Ostbahn-Kurti & die Chefpartie oder in der Scharfen Tuna.

Musikstil & Einflüsse

New Wave Post-Punk NDW Austropunk Experimental Deutschsprachig

Charakteristika

  • Performance: Die Band war stark geprägt von den eckigen, fast tänzerischen Bewegungen ihres Frontmannes Jakob Mundl [citation:1]
  • Dynamik: Blümchen Blau operierten gekonnt zwischen akustischen Adrenalinschocks und heruntergedimmten Nummern [citation:1]
  • Coverversion: Die hektisch beschleunigte Version von Hans Albers‘ „Flieger, grüß mir die Sonne“ wurde zu ihrem Markenzeichen [citation:1]
  • Sprache: Deutschsprachige Texte mit Wiener Einschlag

Einflüsse

  • Britischer New Wave: Bands wie The Fall, Gang of Four, The Cure
  • Neue Deutsche Welle: Deutsche Bands wie Nena, Ideal, Fehlfarben
  • Austropop-Vorläufer: Die Wiener Liedermacher-Tradition, gebrochen durch Punk-Ästhetik
  • Hans Albers: Die ironische Coverversion eines Schlagerklassikers [citation:1]
"Blümchen Blau operierten gekonnt zwischen akustischen Adrenalinschocks und heruntergedimmten Nummern, wo einmal sogar Waluliso zu Wort kam."
— ORF Ö1 Radiokolleg [citation:1]

Diskografie

Studioalbum

JahrTitelFormat
1982 Wie die Tiere LP [citation:2]

Singles/EPs

JahrTitelFormat
1981 Flieger 7" Single [citation:2]
1982 Heimatlos 7" Single [citation:2]
1983 Janis 7" Single [citation:2]
2021 Das Waren Keine Hits Kompilation [citation:2]

Sampler-Beiträge (Auswahl)

  • Alle Kraft Dem Rock'n Roll (1981) [citation:2]
  • Austro-Pop Raritäten Vol. 3 (2003) [citation:2]
  • Austro Pop Show Siebn (2005) [citation:2]
  • De Guade Oide Zeit (2010) [citation:2]
  • Austrozone - Vol. 3 (2015) [citation:2]
  • Wiener Blutrausch 3 (2025) [citation:2]

Bandmitglieder & Besetzung

Jakob Mundl
Gitarre, Gesang
(Jakob Gnigler)
Götz Schrage
Orgel / Keyboards
Wolfgang La
Gitarre
Josef Fencs
E-Bass
Ernst "Tschuri" Hörmann
Schlagzeug

Aktivitäten nach der Auflösung

  • Ernst Hörmann spielte später bei Ostbahn-Kurti & die Chefpartie und in der Scharfen Tuna
  • Über die weiteren Mitglieder ist nach 1983 wenig bekannt – ein Zeichen für die extrem kurze, aber intensive Schaffensphase der Band

Live-Auftritte & Tourneen

Wichtige Auftritte

  • Club 2 (ORF): Legendärer Auftritt mit Culture Clash mit Autorin Dorothea Zeemann [citation:1]
  • Konzerte in Wien und Umgebung: In den frühen 1980ern spielte die Band in den einschlägigen Wiener Locations (Arena, U4, Wiener Konzerthäuser)

Bühnenpräsenz

Die Band war bekannt für ihre energetischen, von den eckigen Bewegungen des Frontmanns Jakob Mundl geprägten Auftritte [citation:1]. Die Live-Shows wechselten zwischen hektischen Ausbrüchen und intimen, heruntergedimmten Momenten.

"Blümchen Blau, deren Performance stark von den eckigen Bewegungen ihres Frontmannes geprägt war [...]"
— ORF Ö1 Radiokolleg [citation:1]

Kulturelle Bedeutung & Einfluss

Blümchen Blau waren für eine heiße Viertelstunde die coolste Band Wiens [citation:1]. Ihr Einfluss ist nicht in kommerziellen Erfolgen zu messen (Chartplatzierungen sind nicht dokumentiert), sondern in ihrer stilprägenden Rolle für die österreichische New-Wave-Szene der 1980er Jahre.

  • Singuläre Position in der NDW: Eine der wenigen österreichischen Bands, die die New-Wave-Lektionen aus England auf unverwechselbare, „austrifizierte“ Weise interpretierten [citation:1]
  • Kultstatus: Ihre einzige LP „Wie die Tiere“ gilt heute als begehrtes Sammlerstück [citation:2]
  • Cover-Klassiker: Die Version von „Flieger, grüß mir die Sonne“ ist ein Fixpunkt jeder österreichischen 80er-Jahre-Retrospektive
  • Nachwirken: Im SR-Archiv finden sich zahlreiche Artikel über die Band aus den Jahren 1982 bis 2020 [citation:4]

Trivia & interessante Fakten

  • Die falsche Jahreszahl: Auf Apple Music wird als Gründungsjahr fälschlich 1977 angegeben [citation:6] – korrekt ist nach allen anderen Quellen 1981 [citation:2][citation:4].
  • Späte digitale Veröffentlichung: Das Album „Wie die Tiere“ erschien erst 2007 digital auf Plattformen wie Apple Music – ein Vierteljahrhundert nach der Vinyl-Veröffentlichung [citation:6].
  • Legende vom Club-2-Auftritt: Der Auftritt in der ORF-Sendung Club 2, bei dem Teile der Band mit der Autorin Dorothea Zeemann aneinandergerieten, ist bis heute ein Mythos der österreichischen Fernsehgeschichte [citation:1].
  • 2021er-Kompilation: 2021 erschien „Das Waren Keine Hits“ – ein ironischer Titel, der das Selbstverständnis der Band als „Geheimtipp“ unterstreicht [citation:2].
  • SR-Archiv-Präsenz: Die Band ist im SR-Archiv (Schallplatten – das österreichische Musikmagazin) mit über 15 Artikeln von 1982 bis 2020 dokumentiert [citation:4].

Weblinks & Suchlinks

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